Betriebliche Altersversorgung

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Über heyday könnt Ihr Euren Mitarbeiter:innen auch einen Vertrag für die betriebliche Altersvorsorge anbieten. Ihr sucht Euch gemeinsam eine Option aus, entscheidet in welcher Höhe Ihr das Gehalt umwandelt und was Ihr bezuschusst. Unsere Spezialist:innen suchen für Euch das beste Angebot auf dem Markt und kümmern sich um die Abwicklung.

In Kürze

Basics: Ihr schließt für Eure Mitarbeiter:innen eine Versicherung ab, die sie im Alter oder im Fall einer Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit versorgt. Eure Mitarbeiter:innen haben einen Anspruch darauf, dass sie einen Teil ihres Lohns oder Gehalts in Beiträge für die betriebliche Altersversorgung umwandeln, und Ihr könnt zusätzlich noch Beiträge dazu schießen. Der Staat fördert dies durch die Steuerbefreiung von aktuell bis zu €6.768 pro Jahr und Mitarbeiter:in.

Für wen: Vollzeitkräfte, Teilzeitkräfte, Auszubildende und Minijobber:innen auf €450-Basis.

Abrechnung & Versteuerung: Ihr vereinbart mit Euren Mitarbeiter:innen, dass Ihr statt Gehalt für sie einen Teil des Gehalts in einen Altersversorgungsvertrag einzahlt. Beiträge sind für 2022 pro Jahr bis zu €3.384 vom Sozialversicherungsbeitrag und bis zu €6.768 von der Steuer befreit.

Beispielleistungen: Die gängige Variante ist die Direktversicherung, bei der Ihr mit der Versicherung einen Vertrag über die Altersversorgung Eurer Mitarbeiter:innen abschließt. Alternativ kann die Versorgung auch über eine direkte Pensionszusage oder über Unterstützungskassen, Pensionskassen oder Pensionsfonds erfolgen.

Einschränkungen: Es können nur bestimmte Arten von Altersversorgungsverträgen gefördert werden. Die Beträge dürfen insbesondere später nur im Rentenalter ausgezahlt werden, und zwar an sie selbst oder, falls sie bereits verstorben sind, an Ehegatt:in, Lebenspartner:in und Kinder.

Was fällt unter Benefits für die betriebliche Altersversorgung?

Ihr könnt Euren Mitarbeiter:innen Vorteile für die betriebliche Altersversorgung auf mehreren Wegen gewähren:

• Gehaltsumwandlung: Ihr wandelt Teile des Gehalts Eurer Mitarbeiter:innen um. Das bedeutet Ihr zahlt ihnen weniger Gehalt aus und die Differenz zahlt Ihr für diese Mitarbeiter:innen in einen Vertrag für die betriebliche Altersversorgung ein.

• Zuschuss: Ihr zahlt aus „Eurer Tasche” für die Mitarbeiter:innen monatlich einen Beitrag zur Versicherung für die betriebliche Altersversorgung in die Versicherung ein.

Den Beitrag, den Ihr zusätzlich aufwendet, wird häufig auch als „Zuschuss” bezeichnet, den Ihr Euren Mitarbeiter:innen als „Belohnung” gewährt, dafür dass sie privat für die Rentenzeit vorsorgen.

Gut zu wissen

Möchten Eure Mitarbeiter:innen einen Teil ihres Gehalts in Beiträge zur Altersversorgung umwandeln, dann seid Ihr als Arbeitgeber:in dazu verpflichtet, einen Vertrag für sie abzuschließen.

Welche konkreten Benefits kann ich bei der betrieblichen Altersversorgung anbieten?

Was Ihr als betriebliche Altersvorsorge anbietet und wie Ihr es organisiert, könnt Ihr wählen:

Die häufigste Form ist die Direktversicherung; gerade für kleinere Unternehmen und Mittelständler:innen ist der einfachste Weg häufig, dass ein Vertrag mit einer Lebensversicherung abgeschlossen wird.

Die meisten Versicherungsgesellschaften bieten Produkte zur betrieblichen Altersversorgung an. Entscheidend ist, dass Ihr mit der Versicherung einen Vertrag abschließt, der Euren Mitarbeiter:innen später eine Rente zahlt. Als Arbeitgeber:in seid Ihr Vertragspartner:in der Versicherungsgesellschaft.

Gut zu wissen

Der einfachste Weg eine betriebliche Altersversorgung zu gewähren ist für Eure Mitarbeiter:innen eine Direktversicherung abzuschließen. Alle großen Versicherungsunternehmen bieten Produkte an, die die steuerlichen Voraussetzungen erfüllen. Die Beitragshöhen sind für beide Seiten flexibel und Ihr könnt so ein attraktives Angebot gestalten.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten Euren Mitarbeiter:innen eine betriebliche Altersversorgung anzubieten.

1. Direktzusage: Als Arbeitgeber:in legt Ihr Geld zur Seite und investiert es für Eure Mitarbeiter:innen selbst. Das ist eine große Verantwortung und bringt einiges an Verwaltungsaufwand mit sich. Es ist verpflichtend, dass Ihr eine sog. „Rückdeckungsversicherung” abschließt.

2. Andere Formen: Unterstützungskassen, Pensionskassen und Pensionsfonds sind von Euch als Arbeitgeber:in separat von Eurem Unternehmen zur Altersversorgung organisierte Formen. Sie unterscheiden sich in der Art der Organisation, in welcher Höhe Beiträge begünstigt sind und wie das Geld angelegt werden darf.
Es gibt noch weitere Möglichkeiten Euren Mitarbeiter:innen eine betriebliche Altersversorgung anzubieten.

Unser Artikel fokussiert sich auf die Direktversicherung, da die anderen Optionen häufig aufgrund des dahintersteckenden Verwaltungsaufwands und der Risiken vor allem für sehr große Unternehmen interessant sind.

Wie funktioniert die Abrechnung und Versteuerung bei der Direktversicherung?

Betriebliche Altersversorgung wird steuerlich gefördert. Das gilt sowohl für die Beiträge, die Ihr für Eure Mitarbeiter:innen abführt, und für die Beiträge, die Ihr zusätzlich zum Gehalt bezuschusst.

Erst klärt Ihr das Vertragliche:

  • Eure Mitarbeiter:innen entscheiden sich einen Teil ihres Gehalts für Altersversorgung zur Seite zu legen und Ihr sagt Euren Mitarbeiter:innen zu, in welcher Höhe Ihr Beiträge selbst nochmal hierzu leistet (min. 15% der Beiträge der Mitarbeiter:innen).
  • Dann schließt Ihr als Arbeitgeber:in einen Vertrag mit einer Versicherung ab. Hier ist u.a. geregelt, in welches Versicherungsprodukt Ihr einzahlt, wie hoch die Beiträge aus Gehaltsumwandlung, des Zuschusses und insgesamt sind, wann die Versicherung beginnt und wann sie endet.
  • Sobald die Versicherung den Vertrag bestätigt, zahlt Ihr monatlich in die Versicherung ein. In der Lohnbuchhaltung wird das Gehalt, welches Ihr an Eure Mitarbeiter:innen zahlt, verringert und in gleicher Höhe wird ein steuerfreier Beitrag für die Altersversorgung erfasst.

Die meisten Lohnbuchhaltungsprogramme berücksichtigen automatisch, dass in 2022 auf Beiträge zur Altersversorgung bis zu €6.768 keine Lohnsteuer anfällt. Das gleiche gilt für die Sozialversicherung: Für Zahlungen in die betriebliche Altersversorgung bis €3.384 werden keine Sozialversicherungsbeiträge fällig.

Das bedeutet, dass Eure Mitarbeiter:innen weniger Steuern und Sozialabgaben zahlen, wenn sie Gehalt in Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung umwandeln. Somit ist ihr Nettogehalt nach der Gehaltsumwandlung höher als das Nettogehalt minus ihr Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung.

Am Besten lässt sich das an einem Beispiel darstellen:

Beispiel:

Euer/Eure Mitarbeiter:in verdient monatlich €4.000 und möchte künftig jeden Monat €150 des Gehalts in einen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung umwandeln.

Als Arbeitgeber:in müsst ihr dann min. Euer Ersparnis der Sozialversicherungsbeiträge einzahlen. Dies könnt Ihr mit 15% des Beitrags Eurer Mitarbeiter:in berechnen, also 15%*€150 = €22,50 pro Monat.

Ihr entscheidet zusätzlich, dass Ihr etwas mehr zahlt, und bezuschusst den Beitrag Eurer Mitarbeiter:in mit 20%, damit 20%*€150 = €30,00 pro Monat.

Der jährliche Beitrag Eures/Eurer Mitarbeiters:in beträgt damit €1.800. Euer Zuschuss beläuft sich im Jahr auf €360, insgesamt ist der Beitrag €2.160 pro Jahr.

Da der jährliche Beitrag unter €3.384 liegt, werden keine Sozialversicherungsbeiträge fällig. Auch fällt keine Lohnsteuer an, da nicht mehr als €6.768 eingezahlt werden.

table of numbers

Euer/Eure Mitarbeiter:in zahlt €150 des eigenen Gehalts in die betriebliche Altersversorgung ein. Ihr Netto-Gehalt mindert sich aber nur um rund €80.

Da Ihr als Arbeitgeber:in nochmal €30 dazu gebt, hat der/die Mitarbeiter:in insgesamt einen Vorteil von €180, der für die eigene Altersversorgung zur Seite gelegt wird.

Gut zu wissen

Wenn Ihr für Eure Mitarbeiter:innen Teile des Gehalts in Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung umwandelt, dann seid Ihr als Arbeitgeber:in dazu verpflichtet, zumindest 15% der Arbeitnehmer:innen-Beiträge zuzuschießen. Das ist in etwa die Höhe, in der Ihr durch die Gehaltsumwandlung auf Eurer Seite Beiträge zu der Sozialversicherung spart.

Häufige Fragen

Welche Arten von betrieblicher Altersversorgung darf ich meinen Mitarbeiter:innen steuerfrei gewähren?

Als Arbeitgeber:in entscheidet Ihr, welche Art der betrieblichen Altersvorsorge Ihr anbieten möchtet. Häufig setzen die Unternehmen ein Modell mit einer Versicherung auf und dann können alle Mitarbeiter:innen, die an der betrieblichen Altersvorsorge interessiert sind, sich für einen solchen Vertrag entscheiden.

Bevor Ihr einen Vertrag wählt, solltet Ihr sicherstellen, dass es ein „begünstigter” Vertrag ist, der erst im Rentenalter, bei Erwerbsunfähigkeit oder bei Tod des/der Mitarbeiters:in an die nächsten Angehörigen ausgezahlt wird. Die betriebliche Altersvorsorge wird daneben meist als Rente gezahlt.

Wie hoch ist der maximale Betrag, der in die betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden kann?

In 2022 liegt der steuerfreie max. Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung bei €6.768 sowie bei €3.384 für die Sozialversicherungsbeiträge. Viele Direktversicherungen bieten an, dass nur in dieser Höhe Beiträge geleistet werden können.

Gut zu wissen

Die Höhe der steuer- und sozialversicherungsfreien Beiträge variiert jedes Jahr, da sie sich an der Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung orientieren. Für die Steuerfreiheit sind es 8% pro Jahr, für die Sozialversicherung ist es die Hälfte, 4% pro Jahr.

Was müssen wir sonst noch bei dem Vertrag beachten?

Sobald Ihr eine Versicherungspolice ausgewählt habt, die zu Euch und Euren Mitarbeiter:innen passt, und Ihr Euch mit Euren Mitarbeiter:innen hinsichtlich der Beiträge geeinigt habt, geht es an das Vertragliche. Meist laufen die Verträge zur betrieblichen Altersversorgung über eine „unternehmensweite Gruppenversicherung”, die direkt mit der Versicherung oder über einen Makler zustande kommt. Im nächsten Schritt schließt Ihr mit Euren Mitarbeiter:innen einen Vertrag über eine Gehaltsumwandlung, am besten auf Papier, ab; sonst könnt Ihr das Bruttogehalt nicht verringern. Dann wird ein Versicherungsvertrag zwischen Euch und der Versicherung mit den einzelnen Mitarbeiter:innen als begünstigte Personen abgeschlossen. In diesem Vertrag werden dann auch die Beiträge des/der Mitarbeiters:in, Eure Zuschüsse und der Versicherungsbeginn erfasst.

Gut zu wissen

Die betriebliche Altersversorgung wird häufig über Gruppenverträge mit den Versicherungen organisiert, so ist die Verwaltung der Verträge einfacher und die Kosten für den Abschluss geringer. Die Beitragshöhe wird dann für die einzelnen Mitarbeiter:innen individuell vereinbart.

Was passiert, wenn unsere Mitarbeiter:innen das Unternehmen verlassen?

Viele Arbeitgeber:innen bieten die betriebliche Altersversorgung an, um Mitarbeiter:innen langfristig an sich zu binden. Heute wechseln Mitarbeiter:innen aber häufig die Unternehmen. Der Vorteil einer Direktversicherung ist, dass Eure Mitarbeiter:innen im Zweifel den Vertag auch nur mit eigenen Beiträgen fortführen können, wenn der/die neue Arbeitgeber:in den Vertrag nicht übernehmen möchte. Falls der/die neue Arbeitgeber:in die betriebliche Altersversorgung über einen anderen Anbieter abwickelt, dann ist es auch möglich, dass der eingezahlte Betrag auf die neue Versicherung (steuerfrei) übertragen wird.

Für Steuerberater:innen:

Steuerfreie Beiträge u.a. für eine Direktversicherung zur kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung: § 3 Nr. 63 EStG

Steuerfreie Beiträge Übertragung auf den neuen Arbeitgeber u.a. für eine Direktversicherung zur kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung: § 3 Nr. 55 EStG

Befreiung von Sozialversicherungsbeiträgen u.a. für eine Direktzusage zur betrieblichen Altersversorgung: § 14 Abs. 1 Satz 2 SGB IV

BMF-Schreiben vom 12.08.2021 zur steuerlichen Förderung der betrieblichen Altersversorgung

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12.7.2022 um 10 Uhr - Online

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