Mobilitätsbudget

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In Kürze

Basics: Budget, das Ihr Euren Mitarbeiter:innen für ihre Fahrten zum Arbeitsplatz oder auch für private Fahrten zur Verfügung stellt. Manche Unternehmen nutzen ein Mobilitätsbudget als (flexiblere) Alternative zum Firmenwagen.

Für wen: Vollzeitkräfte, Teilzeitkräfte, Auszubildende und Minijobber:innen auf €450-Basis.

Abrechnung & Versteuerung: Je nach Gestaltung unterschiedlich. Eine gängige Option ist z.B. die Abrechnung über den Sachbezug.

Beispielleistungen: Tickets für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, Zuschüsse zu Fahrkarten, Gutscheine für Bus und Bahn, Scooter-Sharing, Car-Sharing, Taxi, Dienstrad, Fahrtkostenzuschüsse, etc.

Einschränkungen: Das Mobilitätsbudget könnt Ihr sehr vielfältig gestalten. Abhängig von der gewählten Leistung gibt es unterschiedliche Punkte zu beachten.

Was ist das Mobilitätsbudget?

Monatliches oder jährliches Budget, das Eure Mitarbeiter:innen bekommen, um Transportmöglichkeiten zu nutzen.

Das Budget kann für Fahrten von der Wohnung zur Arbeit genutzt werden, oder auch privat.

Grundsätzlich können alle Arten von Transportmöglichkeiten im Mobilitätsbudget inbegriffen sein.

Welche konkreten Benefits kann ich über das Mobilitätsbudget anbieten?

Ihr habt viele Möglichkeiten Euren Mitarbeiter:innen Benefits für Fahrten und Reisen anzubieten:

  • Tickets oder Zuschüsse zu Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel (z.B. Wochen- oder Monatstickets, Einzeltickets und Abos für Bus und Bahn im Regional- und Fernverkehr).
  • Pauschale Fahrtkostenzuschüsse für die Nutzung privater Fahrzeuge (z.B. Erstattung von pauschal €0,30 für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsplatz).
  • Gutscheine oder Guthaben zur Nutzung von Sharing-Angeboten (z.B. Car-Sharing, E-Scooter, Fahrräder).
  • Gutscheine oder Guthaben zur Nutzung von Fahrdienstvermittlern (z.B. Uber, ShareNow).
  • Nutzungsüberlassung eines Fahrrades, E-Bikes oder Pedelecs.
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Wie funktioniert die Abrechnung und Versteuerung?

Je nachdem, welche konkreten Vorteile Ihr Euren Mitarbeiter:innen anbietet und zusätzlich zum Gehalt gewährt, sind die Anforderungen an die Abrechnung unterschiedlich. Auch ist die Besteuerung unterschiedlich - Tickets für den öffentlichen Nahverkehr können steuerfrei überlassen werden, Gutscheine für Uber sind dagegen steuerpflichtig.

Wir fassen das Wesentliche hier zusammen:

  • Tickets für Bus und Bahn im öffentlichen Nahverkehr, z.B. Monatskarte, Wochentage, Einzeltickets oder Jobtickets, könnt Ihr Euren Mitarbeiter:innen sowohl für die Fahrten zum Büro als auch private Fahrten bezahlen.
  • Tickets für Bus und Bahn im öffentlichen Fernverkehr, z.B. Mehrfahrtenkarten, Wochen- und Monatskarten oder Einzeltickets, könnt Ihr Euren Mitarbeiter:innen ausschließlich für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz bezahlen.
  • Die Abrechnung für die Tickets für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr kann auf zwei Wegen erfolgen:

    1. Ihr schließt direkt mit dem Verkehrsunternehmen einen Vertrag ab und gebt die Tickets dann an Eure Mitarbeiter:innen weiter.

    2. Eure Mitarbeiter:innen kaufen die Tickets, weisen Euch die Kosten nach und Ihr erstattet die gesamten Kosten oder Teile dieser mit der monatlichen Gehaltszahlung.

    Gewährt Ihr dies zusätzlich zum Gehalt und weist die von Euch getragenen Kosten in der jährlichen Lohnsteuerbescheinigung aus, dann erfolgt dies steuerfrei. Eure Mitarbeiter:innen können in dieser Höhe keine Werbungskosten geltend machen.

    Falls Ihr Euch entscheidet die Kosten statt Gehalt zu erstatten (Gehaltsumwandlung), dann könnt Ihr in diesen Fällen dazu optieren, die Lohnsteuer pauschal in Höhe von 25% (plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) zu zahlen. Sozialversicherungsbeiträge werden darauf nicht fällig. Eure Mitarbeiter:innen können dann die Kosten für die Tickets zur Arbeit in ihrer persönlichen Steuererklärung absetzen.
  • Fahrtkostenzuschüsse könnt Ihr Euren Mitarbeiter:innen in Höhe der sonst abziehbaren Entfernungspauschale mit dem Gehalt gewähren. Hierauf ist 15% Lohnsteuer (plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) zu zahlen. Sozialversicherungsbeiträge werden darauf nicht erhoben.
  • Diensträder können steuerfrei oder steuerbegünstigt überlassen werden. Ihr findet in diesem Artikel mehr dazu.
  • Entscheidet Ihr Euch dafür, Gutscheine oder Guthaben für Mobilitätsdienstleister, wie Miles, WeShare, GetNow, Uber, Felyx, Lime etc. Euren Mitarbeiter:innen zu geben, dann können diese Sachbezüge bis zu monatlich €50 steuerfrei oder darüber hinaus mit 30% pauschaler Lohnsteuer, zzgl. Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträge, abgerechnet werden. Mehr findet Ihr in diesem Artikel.

Häufige Fragen

Welches Mobilitätsbudget darf ich maximal anbieten?

Grundsätzlich gibt es kein gesetzliches Limit für die Unterstützung der Mobilität Eurer Mitarbeiter:innen. Je nachdem wie Ihr das Mobilitätsbudget abrechnet, gelten unterschiedliche Einschränkungen. Beispiel: Wenn Ihr das Mobilitätsbudget als Sachbezug abrechnet, darf der Betrag i.H.v. €50 pro Monat um keinen Cent überschritten werden. Bei den Tickets für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr könnt Ihr Euren Mitarbeiter:innen bis zur Höhe der tatsächlichen Kosten die Kostenerstattung anbieten.

Verfällt Mobilitätsbudget am Ende des Monats?

Grundsätzlich muss ungenutztes Mobilitätsbudget nicht am Monatsende verfallen. Dies könnt Ihr selbst bestimmen, um entweder eine regelmäßige Nutzung zu ermutigen, oder auch das Ansparen für größere Ausgaben zu ermöglichen.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Budget für den Sachbezug verfällt am Monatsende.

Was passiert mit ungenutztem Mobilitätsbudget?

Dies könnt Ihr selbst festlegen. Optionen sind:

  • Das restliche Mobilitätsbudget verfällt.
  • Das restliche Mobilitätsbudget kann über einen bestimmten Zeitraum angespart werden.
  • Das restliche Mobilitätsbudget wird mit dem Gehalt, nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben, ausgezahlt.

    Jede Option unterscheidet sich in der Abrechnung und steuerlichen Auswirkungen.

    Kann das Mobilitätsbudget auch für Abos genutzt werden?

    Ja, z.B. bei den Tickets für den öffentlichen Verkehr:
    Zeitkarten (Abos), Mehrfahrtentickets, Einzeltickets, usw. Auch Bahnkarten könnt Ihr Euren Mitarbeiter:innen gewähren, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Einzeltickets für Geschäftsreisen und den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz höher sein würden (sog. Amortisationsprognose).

      Kann das Mobilitätsbudget auch privat genutzt werden?

      Das hängt davon ab, wie Ihr das Mobilitätsbudget gestaltet. Tickets für den öffentlichen Nahverkehr, das Fahrrad und Gutscheine für Mobilitätsdienstleister können auch in der Freizeit genutzt werden.

        Für Steuerberater:innen:

        Steuerfreie Zuschüsse für öffentliche Verkehrsmittel zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bei Überlassung von Jobtickets: § 3 Nr. 15 EStG

        Pauschalierung der Lohnsteuer in besonderen Fällen mit 25% (ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale): § 40 Absatz 2 Satz 2 Nummer 2 EStG

        BMF-Schreiben vom 15.8.2019 zu Arbeitgeberleistungen für Fahrten im öffentlichen Nah- und Fernverkehr

        Disclaimer:

        Wir machen darauf aufmerksam, dass das Benefits-Lexikon und unsere Webseite lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Steuer- oder Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt. Der Inhalt kann und soll eine individuelle und verbindliche Steuer- und Rechtsberatung, die auf Eure spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen. Alle angebotenen Informationen sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

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