Insights für Personaler
September 27, 2021

Do’s & Don’ts bei der Kommunikation von Mitarbeiter:innen-Benefits

Alle haben sie, nur etwas ein Drittel kommunizieren sie: So geht Ihr die Kommunikation von Benefits bei Euren Bewerber:innen richtig an.

Im Recruiting kennen wir alle die Herausforderungen:

· Wie gestalten wir interessante und attraktive Angebote, die die besten Talente anziehen?

· Wie erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, dass die Kandidat:innen, in die wir viel Zeit investiert haben, sich für uns entscheiden?

Heute konzentrieren wir uns auf einen wichtigen Hebel, der oft vergessen wird:

Kommunikation der Mitarbeiter:innen-Benefits.

Benefits sind ein wichtiger Faktor im Entscheidungsprozess für Kandidat:innen. Laut einer Studie von EBRI (Employee Benefit Research Institute) wurden Benefits von sogar 78% der befragten Kandidat:innen als ‚sehr wichtig‘ bewertet bei der Entscheidung, welche Stelle sie annehmen[1]. Gerade in Zeiten des Home-Offices oder Hybrid-Modells werden sie umso wichtiger, um das fehlende oder stark reduzierte Büro-Leben auszugleichen. (Wie Benefits optimal an die neuen Home-Office Modelle angepasst werden können, erzählen wir Euch demnächst- stay tuned!) Durch Benefits kann die Firmenkultur erschaffen werden: Ob mit Weiterbildung, Fitness oder Freizeitaktivitäten zeigt Ihr mit Benefits, dass Ihr Eure Mitarbeiter:innen wertschätzt und einen Ausgleich zu der Arbeit unterstützt.

Aber wie kommuniziert man Benefits am besten? Nachfolgend erzählen wir Euch unsere Do’s & Don’ts!

Do’s

· Benefits öffentlich kommunizieren. Eine Studie aus 2019 von Indeed und KOFA hat gezeigt, dass nur 26% der befragten Unternehmen ihre Benefits öffentlich kommunizieren und 13% sie erst auf Anfrage des/der Kandidat:in kommunizieren[2]. Dadurch geht ein Riesenpotential verloren! Benefits sind oft das Ergebnis eines langen und aufwendigen Recherche- und Verhandlungsprozesses. Also seid stolz drauf und packt sie sowohl auf Eure Webseite als auch in jede Jobbeschreibung, Ihr habt da nichts zu verlieren 😊. Durch die öffentliche Kommunikation der Benefits werdet Ihr nicht nur der Konkurrenz gegenüber für Bewerber:innen attraktiver, sondern auch potenzielle Kund*innen und Vertragspartner:innen können davon erfahren. Wer Mitarbeiter:innen wertschätzt, wird respektiert.

· Einfache Darstellung mittels Icons. Texte auf Webseiten und in Jobbeschreibungen sind oft recht lang. Wir kennen es, man fasst sich immer kurz aber es gibt einfach viele wichtige Infos zu vermitteln. Um den Text etwas aufzuteilen und attraktiver zu gestalten, empfehlen wir die Nutzung von Icons oder anderen visuellen Hilfen. Hier ein Beispiel:

Das sieht nicht nur schöner aus als eine einfache Auflistung, sondern ermöglicht es dem/der Leser:in die Vorteile schnell auf den ersten Blick zu verstehen.

· Flexibilität der Benefits zeigen. Die Benefits ermöglichen zwar die Entstehung einer gemeinsamen Unternehmungskultur sowie eines Community-Feelings, jedoch dürfen wir die Vielfalt unter den Mitarbeiter:innen nicht vergessen. Was eine Person anzieht und ihr/ihm das Leben erleichtert, tut das nicht unbedingt bei allen. Das Leben wäre immerhin langweilig, hätten wir alle die gleichen Bedürfnisse und Interessen 😉. Deswegen ist es wichtig bei der Kommunikation zu vermerken, dass die Benefits an den individuellen Bedarf angepasst werden können.

· Storytelling rund um die Unternehmenskultur. Wie vorhin erwähnt, sind Benefits ein wichtiger Baustein der Unternehmenskultur. Neben der klaren Darstellung als Icons, kann man trotzdem in der Jobbeschreibung nochmal darauf eingehen beziehungsweise Beispiele nennen um eine runde Story über den Alltag bei Eurer Firma zu vermitteln.

Don’ts

· Fake Benefits kommunizieren. Hiermit meinen wir Sachen wie ‚Kaffee umsonst‘ oder ‚Obstkorb im Büro‘. Dies kann dazu führen, dass Ihr leider nicht ernst genommen werdet. Refreshments auf der Arbeit sind heutzutage gang und gäbe und wenn diese noch bei euren Vorteilen aufgelistet sind, werdet Ihr einfach bei der Konkurrenz um gute Bewerberinnen nicht mithalten können.

· Den Euro-Wert der Benefits in den Vordergrund stellen. Benefits werden zwar von 32% von Arbeitnehmer:innen als gleich wichtig wie der Gehalt wahrgenommen[1], wenn man sich aber an erster Stelle auf den Euro-Wert bezieht, kommt das leider etwas kalt und transaktional rüber. Benefits sind oft mit Erlebnissen und somit Emotionen verbunden: wie kann ich mich entspannen, wie werde ich unterstützt, was kann ich neu lernen? Wenn man zuerst auf den Euro-Wert aufmerksam gemacht wird, gehen die Emotionen etwas verloren und somit bleibt euer Angebot nicht sehr lang in den Köpfen der Leser:innen hängen.

· Zu vage beschreiben. In vielen Kontexten ist das Anteasern sehr effektiv, um Neugier zu wecken. Dieser ist allerdings nicht einer davon: Bewerber:innen legen viel Wert auf Benefits und möchten deswegen genau wissen was sie erwartet. Wenn Ihr diese ungenau beschreibt z.B. als ‚attraktiv‘, wissen Bewerber:innen nicht was dahinter steckt. Vor allem wenn die Benefits wirklich gut sind, warum würde man sie nicht genau kommunizieren wollen? 😄

[1]https://employeebenefits.co.uk/statistics-show-the-importance-of-employee-benefits/

[2]https://www.kofa.de/fileadmin/Dateiliste/Publikationen/Studien/1_2019_Engpasstalente.pdf

[3]https://bdaily.co.uk/articles/2021/01/05/employee-benefits-continue-to-be-an-afterthought-during-recruitment-process