Sachbezug

SachbezugSteuerfreiFlexibilität

In Kürze

Basics: Steuerfreier Benefit („Sachleistung"), i.H.v. bis zu €50 brutto pro Monat und €600 pro Jahr pro Mitarbeiter:in.

Für wen: Vollzeitkräfte, Teilzeitkräfte, Auszubildende und Minijobber:innen auf €450-Basis.

Abrechnung & Versteuerung: 100% steuer- und sozialversicherungsfrei (bis zu €50 pro Monat).

Beispielleistungen: Fahrrad, Fitnessstudio, Bücher, Sprachunterricht, ... die Liste ist lang!

Einschränkungen: Vorsicht, nur sogenannte Sachleistungen sind steuerfrei. Bekommen Eure Mitarbeiter:innen Geld, z.B. in Form von nachträglichen Kostenerstattungen oder Geldsurrogaten (z.B. Pre-paid Karten), kann der Betrag steuerpflichtig- und sozialversicherungpflichtig werden. Die monatliche €50 Grenze darf um keinen Cent überschritten werden und muss zusätzlich zum Gehalt ausgezahlt werden.

Häufige Fragen: Monatliche Beträge können nicht „angespart" und erst im Folgemonat ausgeschöpft werden (mehr Informationen findet Ihr unter „Häufige Fragen" weiter unten!).

Was ist der Sachbezug?

Der Sachbezug ist ein Mitarbeiter-Benefit, der zusätzlich zum Gehalt
ausgezahlt wird (auch eine Art von „Sachleistung" oder „Sachzuwendung").

Einer der beliebtesten Mitarbeiter-Benefits, da Ihr Euren Mitarbeiter:innen
hierüber eine ganze Palette an Experiences und Produkten ermöglichen könnt.

Welche konkreten Benefits kann ich über den Sachbezug anbieten?

Beispiele: Mitgliedschaften für das Fitnessangebote (z.B. Beat81, Eversports), Mental Health Angebote (z.B. 7Mind, Mindshine, Likeminded), Lernen (z.B., Babbel), Musik (z.B. Spotify), Gutscheine im Bereich Beauty (z.B. Douglas, TheBodyShop), Spiele (z.B. Nintendo) usw.

Welche Einschränkungen gelten?

  • Der Benefit wird zusätzlich zum Gehalt ausgezahlt. Eine Gehaltsumwandlung ist nicht möglich.
  • Die monatliche Freigrenze i.H.v. €50 brutto darf um keinen Cent überschritten werden, sonst wird der gesamte Betrag steuerpflichtig.
  • Der Benefit darf nicht in Bar oder ähnlichen Instrumenten ausgezahlt werden. Die Einschränkungen werden diesbezüglich strenger; auch nachträgliche Kostenerstattungen und Cash Surrogate (z.B. Prepaid-Karten) sind hiervon betroffen.
  • Kein Ersatz für Überstunden oder Urlaubstage.

Gut zu wissen

Sobald die Freigrenze i.H.v. €50 überschritten ist, wird die gesamte Leistung steuerpflichtig.

Webinar

​​​​​​​Der „steuerfreie Sachbezug 50"

Der Schlüssel für attraktive Mitarbeiter-Benefits

12.7.2022 um 10 Uhr - Online

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Sachbezug in der Lohnabrechnung: Ein Beispiel

Gesamtgehalt - brutto
+ Sachbezug
= Gesamtbrutto
– Lohnsteuer
– ggf. Kirchensteuer
– Solidaritätszuschlag
– Arbeitnehmerbeitrag zur Sozialversicherung
= Gesetzliches netto
– Sachbezug
= Auszahlung

Gut zu wissen

Auch wenn die Sachbezugsgrenze i.H.v. €50 brutto nicht überschritten wurde und der Benefit steuer- und sozialversicherungsfrei ist, wird der Sachbezug in der Lohnabrechnung ausgewiesen.

Welche Änderungen muss ich beachten?

2022

Erhöhung des steuerfreien Betrages von €44 auf €50 brutto pro Monat

Pre-paid Karten und Gutscheinkarten müssen den Regelungen des
Zahlungsdienstaufsichtsgesetzes entsprechen.

Dies bedeutet, dass sie unter eine der folgenden Kategorien fallen müssen:

  • ausschließlich zum Bezug von Waren und Dienstleistungen aus der eigenen Produktpalette des Ausstellers (Arbeitgeber oder Dritter) im In- und
    Ausland,
  • ausschließlich zum Bezug von Waren und Dienstleistungen bei einem
    begrenzten Kreis von Akzeptanzstellen im Inland,
  • ausschließlich zum Bezug aus einer sehr begrenzten Waren- und
    Dienstleistungspalette
    mit mehreren Akzeptanzstellen (Arbeitgeber oder
    Dritter) im In- und Ausland oder
  • ausschließlich zum Bezug von Waren und Dienstleistungen für bestimmte
    soziale und steuerliche Zwecke bei mehreren Akzeptanzstellen im Inland.

2021

Seit 2020 wurden Regelungen für den Sachbezug verschärft. Konkret wird
strenger zwischen Sachleistungen (wie z.B. der Sachbezug) und
Geldleistung („geldwerter Vorteil") abgegrenzt

Grundgedanke dahinter: Wenn ich meinen Mitarbeiter:innen Leistungen
zukommen lasse, die Geld ähneln, handelt es sich nicht mehr um einen
Mitarbeiter-Benefit, sondern um eine Vergütung oder Lohn oder Gehalt. Somit
wird die Leistung steuerpflichtig

Häufige Fragen

Können die €50 jeweils auf den nächsten Monat übertragen werden?

Nein, das Budget verfällt am Ende des Monats. Verschiedene Anbieter machen
hierzu zwar unterschiedliche Angaben; mit einer monatlichen Berücksichtigung
geht Ihr jedoch auf Nummer sicher.

Können unterschiedliche Benefits innerhalb der €50 Grenze aufaddiert werden?

Ja! Beispiel: Mitarbeiterin Paula bekommt insgesamt €40 an Benefits, davon €30
für eine Fahrradmietung, plus €10 für eine Spotify-Mitgliedschaft.

Bei heyday können Eure Mitarbeiter:innen Ihr Benefits-Programm komplett flexibel gestalten - quasi „mixing & matching für Benefits”. Arbeitgeber:innen setzen das Budget, Mitarbeiter:innen wählen flexibel aus, wie sie es nutzen.

Sind die €50 Brutto oder Netto?

Brutto, d.h. inklusive Umsatzsteuer

Was passiert, wenn ich aus Versehen mehr als €50 als Sachbezug ausgebe?

Sobald die Freigrenze i.H.v. €50 überschritten ist, wird der gesamte Betrag steuerpflichtig. Um dies zu vermeiden kann es sich in diesem Fall lohnen, dass Mitarbeiter:innen einen Eigenanteil i.H.v. €1 zahlen.

Bei heyday braucht Ihr Euch hierum keine Sorgen machen: Ihr setzt Euer
Budget und Mitarbeiter:innen können dieses nicht übersteigen.

Welche Dokumentationspflicht besteht für den Sachbezug?

Der Sachbezug muss in der Lohnabrechnung berücksichtigt werden. Konkret
mit Höhe der Leistung und Tag an dem Mitarbeiter:innen den Benefit
erhalten haben
(sogenannter „Abgabetag").

Können Mitarbeiter:innen über den Sachbezug erhaltene Gutscheine auch
erst später einlösen?

Ja - das ist kein Problem. Für die Berücksichtigung in der Lohnbuchhaltung zählt
der Tag an dem Mitarbeiter:innen den Benefit erhalten haben. Wann
Gutscheine eingelöst werden, spielt keine Rolle
und kann je nach
Gültigkeitsdauer der Gutscheine flexibel gehandhabt werden.

Für Steuerberater:innen:

Disclaimer

Wir machen darauf aufmerksam, dass das Benefits-Lexikon und unsere Webseite lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Steuer- oder Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt. Der Inhalt kann und soll eine individuelle und verbindliche Steuer- und Rechtsberatung, die auf Eure spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen. Alle angebotenen Informationen sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Der Anbieter kann trotz sorgfältiger Recherche keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernehmen. Die Informationen sind insbesondere auch allgemeiner Art und stellen keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Zur Lösung von konkreten Fragestellungen konsultiert bitte unbedingt eine:n Steuerberater:in oder Rechtsanwält:in.

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